Meiringen 30. Januar 2018

Ob Hotelier, Pächter, Gast oder
Anwohner - melden Sie sich! 

Martha Kolodziej ist inmitten ihres nächsten Projekts. Mit 24 Bildern will sie die Meiringer Hotellerie von damals und heute dokumentieren. Dabei ist sie auf die Mithilfe von Zeitgenossen, Archivaren und Sammlern angewiesen.

von Nora Devenish

Die Meiringer Künstlerin Martha Kolodziej widmet sich während der nächsten zwei Jahre historischen Meiringer Hotels.
Fotos: Nora Devenish

Martha Kolodziejs Herz schlägt für das Oberhasli. Seitdem die Künstlerin ihre Zelte im ehemaligen Hotel Anderegg an der Hauptstrasse 4 aufgeschlagen hat, widmet sie einen grossen Teil ihrer schöpferischen Kraft Meiringen und den Menschen, die das Dorf prägen. In ihren Bildern finden sich Zeitgenossen und kulturelle Bräuche sowie Historie und Visionen, manchmal prominent, dann wieder nur am Rande dargestellt. Nun plant die Künstlerin ihren nächsten Pinselstrich. Auf 24 Bildern will sie die Meiringer Hotellerie-Geschichte aufarbeiten. Zwölf Hotels, jeweils zweimal dargestellt – damals sowie heute oder auch mit Blick in die Zukunft.



Für die Umsetzung ist Kolodziej allerdings auf Hilfe angewiesen. «Ich bin auf der Suche nach Anekdoten, Fotos, Postkarten oder auch Requisiten. Jeder Hinweis, mag er noch so klein sein, kann dazu leiten, den historischen und gegenwärtigen Hotelgeist wieder aufleben zu lassen, und dient mir somit als Inspiration», so die Meiringer Künstlerin. Dabei spielt es Martha Kolodziej keine Rolle, ob die beschriebenen Hotels heute noch als Gästehaus dienen, mittlerweile anderweitig genutzt werden oder gar nicht mehr existieren und Neuem gewichen sind. 

Meiringer Hotels, was war, ist und sein wird 

Wer sich mit Martha Kolodziej in Verbindung setzen oder einen Hinweis zur Historie der Meiringer Hotellerie liefern will, kann dies unter folgender Adresse tun.

Martha Kolodziej
Hauptstrasse 4
3860 Meiringen
Telefon 079 373 60 68
art@marthakolodziej.com
www.globetrotterart.com

Oder Sie schicken Ihre Hinweise an
 nora.devenish@jungfrauzeitung.ch 

Das erste von 24 Bildern. Martha Kolodziej malt ihren persönlichen Zukunftstraum für ihre Residenz, das ehemalige Hotel Anderegg.

Die Künstlerin stellt sich als Traumtänzerin dar, die ihre Visionen für das Hotel Anderegg mit Seifenblasen ins Universum schickt.

Weder Kritik noch Wertung

Martha Kolodziejs neuestes Projekt trifft den Nerv der Zeit. Die Hotellerie ist einmal mehr im Umbruch, auch in Meiringen. Ehrwürdige Häuser weichen neuen Ferienresorts, ausländische Betreiber ersetzen langjährige Gastgeber. Doch will Martha Kolodziej mit ihrem Schaffen diese Entwicklung nicht etwa werten oder kritisieren. «Ich respektiere den Lauf der Zeit. Als Künstlerin mache ich keinen Unterschied zwischen vergangenen Epochen der Meiringer Hotellerie, mögen sie noch so wunderbar gewesen sein, zum Ist-Zustand.» Vielmehr ist Kolodziej bestrebt, eine Hommage an Meiringens Gästekultur zu liefern.

Ein Besuch durch Martha Kolodziejs Atelier gibt Einblick in Meiringens Hotelhistorie.

Eine Momentaufnahme

Mit ihrer naiven Kunst, ihrem Feingespür, Humor, ihrer offenen Art und nicht zuletzt ihrem Interesse und Respekt für die Oberhasler Kultur hat sich Kolodziej innert kürzester Zeit in die Herzen der Meiringer gemalt. «Mich interessiert die Historie. Als Künstlerin ist es meine Aufgabe wiederzugeben, was ich sehe. Manche Künstler schreiben, ich male.» Im vergangenen Herbst stellte sie in ihrer Galerie Globetrotter Art das ganze Dorf und seine Eigenheiten rund um das ehemalige Hotel Hirschen dar (diese Zeitung berichtete). Auch ihre Künstlerresidenz, jenes Haus, wo einst Melchior Anderegg Gäste willkommen hiess, hat sie bereits mehrmals auf Leinwand verewigt. «Hotels haben es mir eben angetan. Die Suche nach ihren Geschichten, ihren Gästen oder Patrons absorbiert mich», so die gebürtige Polin.

Bevor Kolodziej auf Leinwand malt, wird jedes Sujet mit Bleistift skizziert.

Internationale Resonanz

Für ihr jüngstes Projekt will sich Martha Kolodziej zwei Jahre Zeit nehmen. Eingehenden Recherchen, dem Austausch mit Zeitzeugen, Archivaren oder Anwohnern folgt die bildnerische Umsetzung auf Leinwand. Angedacht ist auch, dass die Bilder nach deren Fertigstellung, dank Kolodziejs internationalen Kontakten in Künstlerkreisen vielerorts als «24 Postkarten aus Meiringen» ausgestellt werden, was Meiringens touristischer Vermarktung durchaus dienlich sein könnte.

Bevor Kolodziej auf Leinwand malt, wird jedes Sujet mit Bleistift skizziert.

Für ihr jüngstes Projekt will sich Martha Kolodziej zwei Jahre Zeit nehmen. Eingehenden Recherchen, dem Austausch mit Zeitzeugen, Archivaren oder Anwohnern folgt die bildnerische Umsetzung auf Leinwand. Angedacht ist auch, dass die Bilder nach deren Fertigstellung, dank Kolodziejs internationalen Kontakten in Künstlerkreisen vielerorts als «24 Postkarten aus Meiringen» ausgestellt werden, was Meiringens touristischer Vermarktung durchaus dienlich sein könnte.